Die Ursprünge der Transit-Pelletsmethod™ zur Messung der Kolontransitzeit (CTT)

Wegen zahlreicher Überweisungen wegen Obstipation und da relativ häufig aufgrund von Obstipation Kolektomien vorgenommen wurden, deren Indikation auf schwachen Füßen stand, und weil man zudem nach einer Methode suchte, mit der sich die Auswirkungen von Medikamenten auf die CTT untersuchen ließen, entwickelte man in den frühen 1980er-Jahren auf der gastroenterologischen Station des Sahlgrenska-Universitätskrankenhauses eine einfache, aber genaue Methode zur Untersuchung der CTT. 1984 beobachteten Hasse Abrahamsson und Bernhard Jaup in Studien zum Kolontransit nach einer modifizierten Methode von Becker und Ellsborg, dass gesunde Frauen, die an drei aufeinanderfolgenden Tagen röntgendichte Marker schluckten, bei der Röntgenuntersuchung an Tag 4 teilweise alle Marker noch im Körper hatten. Eine solche Methode mit einer einzigen Röntgenuntersuchung nach 4 Tagen kann also nicht zwischen normaler und verzögerter CTT bei Frauen unterscheiden. 1987 kamen Metcalf et al. zu demselben Schluss (Metcalf et al., Gastroenterology 1987;92:40-7).

Professor Hasse Abrahamsson, Swedish Gastro Days 2017

Aus diesen Gründen beschlossen Abrahamsson und Antov 1985, das herkömmliche Prinzip zu überarbeiten, bei dem 1-3 Markerdosen durch das Kolon verfolgt werden. Stattdessen wurde ein einfacher Sättigungstest zur Messung der CTT ausgearbeitet, mit dem sowohl die gesamte als auch die segmentale Transitzeit bestimmt werden konnten. An gesunden Probanden wurden zwei Untersuchungsprinzipien getestet: a) Markereinnahme über 6 Tage, gefolgt von einer Röntgenaufnahme an Tag 7, und b) tägliche Markereinnahme über 8 Tage mit einer Röntgenuntersuchung an Tag 9. Das erste Prinzip erwies sich als einfach durchführbar und ausreichend, um bei allen gesunden Probanden ein Gleichgewicht (einen Sättigungszustand) herzustellen, und wurde daher für erweiterte Studien ausgewählt: tägliche Einnahme von 10 Markern über 6 Tage, gefolgt von einer einzelnen Röntgenaufnahme des Abdomens an Tag 7. Im Sättigungszustand entsprechen 10 zurückbehaltene Marker einem Tag und jeder Marker entspricht 1/10 Tag, also 2,4 Stunden.

Bis zum März 1986 waren 50 gesunde Probanden untersucht worden und die Forscher reichten beim 3. European Gastrointestinal Motility Meeting in Brügge (Belgien) eine Zusammenfassung ein. Die erste offizielle Posterpräsentation der Methode wurde am 19. Juni 1986 auch für die Vortragspräsentation ausgewählt.

Im August 1986 wurde die Studie an 56 gesunden Probanden abgeschlossen. Die Zusammenfassung, die für die Tagung der Schwedischen Medizinischen Gesellschaft eingereicht worden war, wurde am 4. Dezember 1986 in Stockholm vorgestellt.

Anfang 1987 wurde eine Studie abgeschlossen, in der die neue Methode bei Patienten mit schwerer Obstipation angewandt wurde. Die Marker für den klinischen Gebrauch erhielten die Bezeichnung TRANSIT-PELLETS. Eine Zusammenfassung des Vergleichs einer Patienten- und einer Kontrollgruppe wurde am 13. Juni auf der 20. Scandinavian Conference on Gastroenterology in Trondheim vorgestellt.

The Abstract, 1986

1987, the year Transit-Pellets™ was baptised

Im Oktober 1987 wurden die Transit-Pelletsmethod™ und die klinischen Ergebnisse auf der ersten Tagung der Scandinavian Association for Gastrointestinal Motility (SAGIM) in Oslo vorgestellt und im Tagungsband in der Volltextfassung veröffentlicht (Abrahamsson et al., Scand J gastroenterol 1988, Suppl 152:72-80). Im Abschnitt „Discussion“ wurde auf die Möglichkeit verwiesen, durch die Verkürzung des Intervalls zwischen der letzten Markerdosis und der Röntgenaufnahme auch eine schnelle CTT zu messen. In diesen frühen Publikationen wurde die CTT als die mittlere Ausscheidungszeit von 50 % der Marker (M + 5/10) berechnet, wobei M für die Anzahl der Marker steht, die sich auf der Röntgenaufnahme noch im Kolon befinden. Dies war eine Abwandlung des Prinzips, das in Sheffield und anderswo in Großbritannien zur Anwendung kam und nach dem die CTT als Zeit bis zur Ausscheidung von 50 % einer Markerdosis im Stuhl berechnet wurde.

1990 empfahl der Konsensbericht einer SAGIM-Arbeitsgruppe diese Methode für die Messung der Kolontransitzeit in der klinischen Praxis und in wissenschaftlichen Studien. Es wurde empfohlen, die Ergebnisse nicht als Ausscheidungszeit von 50 % der Marker darzustellen, sondern als oro-anale Transitzeit (OATT, Mund-Anus-Transitzeit), also M/10, und damit die OATT in Tagen anzugeben (Europ. J Surg 1990. Suppl. 564:63-71).

1990er-Jahre Das wachsende Interesse der gastroenterologischen Abteilung in Sahlgrenska an der Pathophysiologie funktioneller und anderer Durchfallerkrankungen führte zu einer Veränderung des Transittests: Durch eine Teilung der Markerdosis an Tag 6 in zwei Dosen, die 24 und 12 Stunden vor der Röntgenuntersuchung eingenommen wurden, konnte ein schneller Transit mit größerer Präzision gemessen werden. In seiner Doktorarbeit behandelte Riadh Sadik mehrere Aspekte des schnellen Transits und stellte außerdem aktualisierte Referenzwerte vor (Sadik et al., Scand J Gastroenterol. 2003;36-42).

Im letzten Jahrzehnt berichteten Magnus Simrén, MD PhD, Hans Törnblom, MD PhD und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wiederholt von der Durchführbarkeit der Transit-Pelletsmethod™ zur Auswertung des Kolontransits bei verschiedenen funktionellen und Durchfallerkrankungen sowie zur Auswertung von Behandlungen. Im selben Zeitraum kopierten mehrere internationale Unternehmen z. B. in Großbritannien, Deutschland, Dänemark und den USA die ursprüngliche Transit-Pelletsmethod™, wobei hier an Tag 6 die gesamte Markerdosis 24 Stunden vor der Röntgenuntersuchung eingenommen wird. Diese nachgeahmten Methoden dürften jedoch von begrenztem Wert sein, da der schnelle Teil des Transitspektrums bei funktionellen Störungen des Verdauungstrakts in diesen Versionen des Verfahrens nicht ausreichend abgebildet werden kann.

Hasse Abrahamsson, 2017
Professor of Gastroenterology
Sahlgrenska Academy, University of Gothenburg